Kultur.Forscher! an der GKS

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Seit dem Schuljahr 2014/2015 ist die GKS an dem Programm „Kultur.Forscher!“ beteiligt, das von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung Berlin und der PwC-Stiftung getragen wird.

Dies ist die dritte Phase des Projekts, das noch im laufenden Schuljahr gefördert wird. Dabei sollen insbesondere Schulen berücksichtigt werden, in denen sich Kinder und Jugendliche aus schwierigeren familiären und/oder ökonomischen Verhältnissen befinden, wobei angenommen wird, dass gerade hier Förderbedarfe für ästhetische und kulturelle Bildung bestehen. Der Ansatz beinhaltet, dass die jeweilige Schule Kooperationen mit außerschulischen Künstlern/Künstlerinnen aufnimmt und dass die Schülerinnen und Schüler in einem entdeckenden und forschenden Lernprozess zusätzliche Kompetenzen für sich erwerben.

Im Schuljahr 2014/2015 wurde das Projekt an der Gotthard-Kühl-Schule in drei Arbeitsgemeinschaften – eine davon im Ganztagsangebot – durchgeführt. Dabei wurden als herausragende Ergebnisse des ersten Jahres festgestellt:

  • Wichtig ist der Kontakt zwischen Künstler/Künstlerin und der Schule.
  • Wichtig ist ebenfalls der Ansatz, von den Schülerinnen und Schülern Fragen stellen zu lassen und diese dann gemeinsam oder arbeitsteilig zu bearbeiten. Dabei ergaben sich vielfältige Lernzuwächse.
  • Hilfreich ist der außerschulische Lernort.
  • Ebenfalls war es für die Vorhaben förderlich, dass fächerübergreifender Unterricht möglich war.

In diesem Schuljahr wird die Programmatik durch weitere Kolleginnen/Kollegen sowie außerschulische Kooperationspartner verbreitet und im Schulleben verankert.

Ab Sommer 2016 muss dann überlegt werden, wie die bestehenden Kooperationen, auch ohne Unterstützung der Stiftungen, weitergeführt werden können.

Ein Projekt der Kultur.Forscher!

18 Kinder der Klassenstufe 2-6 haben an dem Kulturforscherprojekt mit Ute Laux 2016 teilgenommen.

Sie haben folgende Fragen forschend und selbstständig zum Thema „Meine Heimat – meine Welt“ untersucht:

  • Wer bin ich?
  • Wo komme ich her?
  • Wer sind meine Eltern, Großeltern?
  • Wie leben sie?
  • Was ist ihnen wichtig?
  • Was ist ihre/meine Heimat?
  • Welche Feste feiert meine Familie und warum?
  • Was sind die Werte meiner Familie?
  • Was will ich jetzt und in Zukunft? Was will ich nicht?
  • Wer will ich sein?
  • Welche Geschichten erzählen mir meine Eltern und Großeltern, wenn ich sie darum bitte?
  • Welche Bilder kann ich finden für das Leben meiner Familie, meiner Heimat und das zuhause in mir?
  • Welche Zeichen und Symbole finde ich für das, was mir im Leben wichtig ist?

Nachdem alle Skizzen angefertigt haben, wurde das Motiv mit Kreide auf Nesselstoff übertragen (Format: 1,80x 1 m); später haben wir die Konturen schwarz gemalt und das Bild wurde mit organischen Stofffarben farbenfroh gestaltet.Jeder Künstler schrieb danach seine eigene Bildintention auf.

Zu einigen einzelnen Bildern:

2 Schülerinnen aus Klassenstufe 2 haben ihre Flucht aus ihrem Heimatland gezeichnet (beide Bilder hängen in der Grundschule am Neuhof),

Eine Schülerin der vierten Klasse hatte folgende Idee: Ihr Bild heißt VERBINDUNG. Den Namen des Bildes habe ich ausgesucht, damit man sieht, das wir ALLE zusammen gehören. Die Verbindug bedeutet, dass wir alle zusammen das gleiche Fühlen z.B. wenn wir traurig sind, wenn wir hören, dass jemand Streit hat. Aber die Welt ist nun mal so wie sie ist, Ich weiß, dass wir versuchen sollten, sie friedlicher und gerechter zu machen.

Eine Sechstklässlerin hatte folgende Idee: Ich bin 13 Jahre alt und meine Familie und meine Freunde sind mir wichtig, da sie immer für mich da sind. Wichtig ist mir auch die Freiheit und die Natur, denn ohne die Natur würden wir nicht überleben. Sehr wichtig für mich ist auch die Musik. Ich wohne in Lübeck und diese Stadt ist in Deutschland. Wir essen hier viel Obst und Gemüse. Das alles beschreibt mein Bild und ich nenne es „Mein Leben“

Ein Fünftklässler sagt zu seinem Bild: Meine Füße stehen in Deutschland, meine Mutter kommt aus der Türkei und mein Vater aus Jamaika. Jeder soll sich selbst seinen Teil denken.

Ein Schüler der Klassenstufe 6:  In meinem Bild ist viel von meiner Heimat dargestellt, das, was mir wichtig ist. Da ist z.B. die Flagge von Afghanistan. Mein Hobby ist Karate. Ich habe Menschen, die auf dem Gebetsteppich beten, gemalt, denn in Afghanistan wird 5x am Tag gebetet. Hier schaffe ich es manchmal nicht einmal jeden Tag zu beten, obwohl es mir wichtig ist. Bei uns gibt es Festtage, z.B. das Zucker- und Opferfest. Die Schriftzeichen auf meinem Bild gefallen mir, sie sind in meiner Fantasie entstanden.

Eine Schülerin der dritten Klasse und ein Schüler aus der sechsten Klasse kommen aus Polen und haben zusammen ein Bild gestaltet. Sie sagen folgendes: Unser Bild erzählt von Polen und es hat keine feste Geschichte; es gibt einzelne Zeichen, die etwas bedeuten. Das weiß- rote Herz bedeutet, dass wir Polen mögen. Das ist mein Ort, da will ich leben. Ich wurde da geboren und dort ist auch meine Familie. Der Adler im weiß- roten Hintergrund ist die Fahne von Polen. Die Fische auf dem Schwert sind die Fahne von Danzig. Ich wurde in dieser Stadt geboren und bin mit 6 Jahren nach Deutschland gezogen. Die graue Statue in meinem Bild bedeutet, dass Polen niemals aufgibt.

2 Schülerinnen aus der Grundschule kommen aus Deutschland. Sie möchten Frieden, Liebe, Freundschaft, Leidenschaft und keinen Krieg. Sie nennen ihr Bild „Die schöne Welt“