Angebot Obst-Abenteuer

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Förster Blaczinski, Schulleiter Isecke-Vogelsang und der Pomologe Egleder mit den Schülern Chara, Mary-Jane, Vladislav, Melissa, Lucy, Melvin, Franziska, Melina, Fenja und John nach der Pflanzung.

 

Der Schülerkurs „Obst-Abenteuer“ ist landesweit ein Novum. Seit September 2014 läuft das gemeinsames Projekt der GKS, des Carl-Jacob-Burkhardt-Gymnasiums und der Grundschule Schönböcken im Schulnetzwerk St. Lorenz Nord..

Seit Beginn dieser Obstpädagogik sind 11 Schulen in Lübeck + Umgebung dem GKS-Beispiel gefolgt: u.a. Willy-Brandt-Schule, Baltic-Schule, Berufliche Schule Bad Schwartau, Oberschule zum Dom.

„Obst-Pädagogik für Schüler gibt es in Hessen und Baden-Württemberg, aber in Schleswig-Holstein ist das neu“, so Pomologe Heinz Egleder, der den Nachmittagskurs leitet. Unterstützt von Förster Marcus Blaczinski von der Lübecker Hanse-Obst-Initiative, pflanzten die SchülerInnen einen „Holsteiner Cox“. Er steht neben  einer "Lübecker Sommerbergamotte", einem "Prinz Albrecht von Preußen" und dem "Seestermüher Zitronenapfel", die 2014 von den Schülern gepflanzt wurden. Es sind alte Obstsorten aus der Lübecker Bucht.

Mehr als 20 Kinder aus dem Schulnetzwerk St. Lorenz Nord sind mit Begeisterung beim „Obst-Abenteuer“ dabei: Saftpressen mit eigener Handpresse, Obstwiesen in Lübeck besuchen und pflegen, Bäume pflanzen und schneiden. Und auch mal auf Obstbäumen klettern.

Hier eine detailierte Übersicht:

  1. Obstbäume pflanzen  (erst im Schulgelände, dann im Stadtteil)
  2. Obstprodukte herstellen (Schulküche, Erlebnismosterei Lübeck)
  3. Regionalsorten wie „Lübecker Marzipanapfel“ kennenlernen
  4. Ungespritztes Obst für gesunde Ernährung + zum Klimaschutz erleben
  5. Alte Lübecker Obstwiesen im gesamten Stadtgebiet pflegen
  6. Zum Vorbild für andere Schulen werden
  7. Zu Multiplikatoren + Netzwerkern einer ganzen Region aufsteigen


GKS-Schulleiter Matthias Isecke-Vogelsang freut sich über die Pflanzaktionen: "Endlich wächst auf unserem Schulgelände etwas Essbares!" Sein Schulgrundstück wird damit Teil der „Essbaren Stadt Lübeck“. Auf einer Wiese vor seiner Schule stehen schon zwei riesige „Rote Pariner“, 80- jährige Apfelbäume, die der Lübecker Gärtnermeister Welchert dort gepflanzt haben soll. SchülerInnen haben deren köstliche Früchte im vergangenen Herbst mit Teleskop-Pflückern geerntet.

Bei den neu gepflanzten Bäumen, Hochstämme, die 150 Jahre alt werden, müssen die Schüler noch einige Jahre auf Früchte warten. Diese Geduld lohnt, denn die SchülerInnen wissen längst, dass alte Obstsorten viel lecker sind als die modernen aus dem Supermarkt. „Igitt, den Apfel vom Baum esse ich nicht“, sagte ein Kind am ersten Tag des obstpädagogischen Projektes. Heute sagt dasselbe Kind: „I, die gespritzten Äpfel aus dem Supermarkt esse ich nicht!“ Die Hanse-Obst-Initiative, die eng mit dem Bereich Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz und dem Museum für Natur und Umwelt zusammenarbeitet, will genau dies erreichen.

Hanse-Apfel, ein Projekt von Bürgern und Behörden, kooperiert mit der Hansestadt Lübeck, Bereich Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz und dem Museum für Natur und Umwelt; es arbeitet ebenfalls mit der "Essbaren Stadt Lübeck" und dem "NABU Lübeck" zusammen. Hanse-Apfel pflanzt auch an weiteren Lübecker Schulen lokale Obstsorten und knüpft an eine alte Tradition an: Um 1825 standen auf allen Lübecker Schulhöfen noch Obstbäume, 1925 nur noch an elf Schulen.

Alle Texte und Bilder mit freundlicher Genehmigung von Dipl.-Soziologe Heinz Egleder (www.hanse-obst.de).