Schulprogramm der GKS  Stand: März 2016

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1   Pädagogische Zielsetzungen der Schule
 
2   Formen des gemeinsamen Lernens
 
3   Arbeit in beiden Schulformen
3.1 Arbeit in der Grundschule
3.2 Lernerfolgskontrollen
3.3 Arbeit in der Gemeinschaftsschule
3.4 Leistungsnachweise
4   Ganztagskonzept
 
5   Besonderheiten
 
6   Evaluation

1. Pädagogische Zielsetzungen der Schule

Die Gotthard-Kühl-Schule fördert alle Schülerinnen und Schüler individuell und berücksichtigt dabei ihre jeweiligen Stärken und zu fördernden Entwicklungsmöglichkeiten. Dies geschieht unabhängig von den zu erreichenden Schulabschlüssen.

Unsere Zielsetzung für den Umgang miteinander und für ein verantwortungsvolles Umgehen mit unserer Umwelt ist in vier Wörtern ausgedrückt: friedlich, freundlich, leise, sauber.

Die unten aufgeführten Leitziele bestimmen die pädagogischen Zielsetzungen der Schule. Dabei werden unterschiedliche Kompetenzbereiche angesprochen:

1. Soziale Fähigkeiten und ein soziales Verantwortungsbewusstsein entwickeln und stärken
  • Klassenrat in allen Jahrgangsstufen (1 – 10)
  • Konfliktlotsenausbildung
  • Schulsanitätsdienst
  • Klassenpatenschaften
  • Zusammenarbeit mit einer SeniorInneneinrichtung
  • Zusammenarbeit mit verschiedenen sozialen Einrichtungen
2. Selbstständigkeit und Eigenverantwortung fördern
3. Chancengleichheit schaffen bzw. verbessern
4. Absentismus frühzeitig erkennen und gegebenenfalls verhindern
5. Übergang von Schule in den Beruf begleiten
    Dies ist Bestandteil des Unterrichts.
    Insbesondere werden folgende Projekte durchgeführt:
  • Eltern- undSchülerberatung am Ende der Grund- und Gemeinschaftsschule zu den schulischen und beruflichen Möglichkeiten durch Vertreter und Vertreterinnen der Beruflichen Schulen
  • 2 Betriebspraktika ( in den Jahrgangsstufen 8 und 9)
  • ermöglichen individueller Praktika
  • Werkstatt- und Berufsorientierungstage
  • Betriebsbesichtigungen
  • Lübecker Betriebe stellen sich in der Schule vor
  • Besuch von Ausbildungsmessen und ähnlichen Veranstaltungen
  • „Schnuppertage“  in Lübecker Beruflichen Schulen
  • Kooperationen mit Drägerwerk AG & Co. KGaA, Citti-Markt Lübeck, Natursteinwerk Rechtglaub-Wolf GmbH, Türkische Gemeinde SH und der Bundesagentur für Arbeit
  • Bewerbungstraining mit außerschulischen Institutionen
  • Arbeit mit dem Berufswahlpass

Auf eine solide mathematisch- naturwissenschaftliche Grundbildung als ein Teil der Allgemeinbildung kann in der heutigen Zeit nicht mehr verzichtet werden. Deutschland/Lübeck ist aufgrund seiner hochtechnisierten und innovativen Ausrichtung auf Nachwuchskräfte angewiesen. Deshalb eröffnen sich für Berufseinsteiger mit Interesse an MINT-Fächern sehr gute Zukunftschancen.

MINT steht als Abkürzung für die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften(Biologie, Chemie, Physik)und Technik.

Mit der Schwerpunktausrichtung MINT an der Gotthard-Kühl-Schule möchten wir die Förderung in diesen Fächern verstärken, um den Schülerinnen und Schülern eine zukunftsorientierte Perspektive zu eröffnen.

Dies wollen wir erreichen, indem wir gleichermaßen bei Schülerinnen und Schülern das Interesse für mathematische Fragestellungen und naturwissenschaftliche Phänomene wecken und fördern. Unterstützt wird unser Vorhaben durch verschiedene Maßnahmen wie

  • Unterrichtsorganisation
  • Unterrichtsgänge
  • Kooperation mit MINT-Betrieben
  • Berufsorientierung
  • Teilnahme an Wettbewerben

Sowohl in der Grundschule als auch in der Sekundarstufe I.

Zusätzlich wecken und fördern wir in den Jahrgangsstufen 5 und 6 das Interesse an MINT im sogenannten Lernband mit einem breitgefächerten MINT-Angebot, aus dem sie die Schülerinnen und Schüler wählen können. In Zusammenarbeit mit unserer Offenen Ganztagsschule und dem Netzwerk St. Lorenz Nord steht ihnen eine breite Palette zur Wahl.

Auch für die Schülerinnen und Schüler der höheren Jahrgangsstufen wird durch die Angebote des Offenen Ganztags Zugang zu MINT-orientierten Themen ermöglicht. 

Unsere Schule ist weltoffen. Kinder und Jugendliche, aber auch Lehrkräfte, aus vielen Nationen verbringen hier einen großen Teil ihrer Zeit und sammeln vielfältige Erfahrungen. Deshalb sind wir in besonderer Weise aufgefordert, Verständigung unter den Kulturen zu fördern und zu bewahren.

Es gilt anzuerkennen, dass die eine Welt Heimat für uns alle ist.

Die Gotthard-Kühl-Schule tritt deshalb dafür ein,

  • aus der Geschichte zu lernen, dass die Ablehnung des Fremden falsch ist;
  • Formen des Zusammenlebens zu entwickeln, die human und gerecht sind;
  • Die Umwelt zu bewahren oder Möglichkeiten für eine nachhaltige Entwicklung zu fördern.

Die Gotthard-Kühl-Schule ist als Zukunftsschule mit der Stufe 2 „Wir arbeiten im Netzwerk!“ zertifiziert worden.

Seit dem Schuljahr 2014/2015 ist die Schule an dem Programm „Kultur.Forscher!“ beteiligt, das von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung Berlin und der PwC-Stiftung getragen wird. Dies ist die dritte Phase des Projekts, das noch im laufenden Schuljahr gefördert wird. Dabei sollen insbesondere Schulen berücksichtigt werden, in denen sich Kinder und Jugendliche aus schwierigeren familiären und/oder ökonomischen Verhältnissen befinden, wobei angenommen wird, dass gerade hier Förderbedarfe für ästhetische und kulturelle Bildung bestehen. Der Ansatz beinhaltet, dass die jeweilige Schule Kooperationen mit außerschulischen Künstlern/Künstlerinnen aufnimmt und dass die Schülerinnen und Schüler in einem entdeckenden und forschenden Lernprozess zusätzliche Kompetenzen für sich erwerben.

Im Schuljahr 2014/2015 wurde das Projekt an der Gotthard-Kühl-Schule in drei Arbeitsgemeinschaften –eine davon im Ganztagsangebot– durchgeführt.

Der Anteil an entsprechenden Angeboten soll erhöht werden. Deshalb soll es für interessierte Kinder und Jugendliche „Kultur.Forscher!-Tage“ geben.

Wir verstehen uns als Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage. Mit der aktiven Teilnahme an der Aktion wollen wir „praktisch etwas tun für eine offene Auseinandersetzung mit Diskriminierung aller Art“. Dazu gehört es auch, einmal pro Schuljahr ein Vorhaben zu diesem Themenbereich durchzuführen. Mit Unterstützung einer Patin / eines Paten wurden unsere Bemühungen einer größeren Öffentlichkeit bekannt.

2. Formen des gemeinsamen Lernens

Es wird ein gemeinsames Lernen aller Schülerinnen und Schüler initiiert, bei dem auf die unterschiedlichen Bedürfnisse eingegangen werden muss.

Dies kann stattfinden durch
  • Arbeit mit Tages- und Wochenplänen
  • Arbeit an Stationen, mit Lernbuffet
  • Freiarbeitsphasen
  • Arbeit mit individuellen, von Schülerinnen und Schülern selbst erstellten Lernplänen nach der Selbstdiagnose
  • Arbeit mit Kompetenzrastern
  • Einsatz von kooperativen Lernformen

Unterstützt wird dieser Prozess durch die Arbeit in Tischgruppen, die bereits in der Grundschule angebahnt und in der Gemeinschaftsschule durchgängige Sozialform ist. Die Tischgruppen sind nach Leistungen und Geschlechtern gemischt.

Um erfolgreiche Teamarbeitsstrukturen zu ermöglichen und zu etablieren, können folgende Trainingsprogramme zum Einsatz kommen:

  • Tischgruppentraining
  • Fit und Stark
  • Erwachsen werden (Lions Quest)
  • Antimobbingkonzept
Um eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern durchzuführen, haben ab Jahrgangsstufe 3 alle Schülerinnen und Schüler einen Schulplaner, in dem viele relevante Informationen aus dem Schulalltag dokumentiert werden und die Eltern durch wöchentliche Unterschriften zeigen, dass sie den Schulplaner lesen und die Mitteilungen wahrnehmen. Andererseits können sie auch selbst Nachrichten hineinschreiben.
Damit wird die Kommunikation zwischen Elternhaus und Schule erheblich gefördert.

Die Kompetenz der Kommunikation wird stark gefordert beim Prinzip des „Lernens durch Lehren“, welches in der gesamten Schule durchgeführt wird.

Beim Methodentraining – auch schon in der Grundschule - bekommt das Präsentieren eine vorrangige Stellung. Besonders angesprochen werden dort die Medienkompetenz und das freie Vortragen.

In einzelnen Projekten („Junge Forscher“, „Radio machen“, Schülerzeitung) werden besondere Fähigkeiten und Fertigkeiten trainiert. Außerschulische Lernorte fördern außerordentliche Kompetenzen wie zum Beispiel: Zurechtfinden in einer Großstadt, Verständnis für das Holocaust-Mahnmal, KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Natur zu den verschiedenen Jahreszeiten (Ringstedtenhof), Minderheiten (Dialog im Dunkeln) und viele andere Dinge.

Das Lernband ist in den Jahrgangsstufen 5 und 6 ein fester Bestandteil des Stundenplans.
Wir wollen
  • fordern
  • fördern
  • Neugier wecken
  • Lernspaß vermitteln

in den Bereichen Naturwissenschaften, Technik, Informatik, Mathematik, Fremdsprachen, Sport, Musik und Kunst.

Anbieter sind das Schulnetzwerk St. Lorenz Nord und die Gotthard-Kühl-Schule. Alle Angebote sind kostenlos.

Aus fast allen Angeboten kann frei gewählt werden. Für die Schülerinnen und Schüler sind zwei Lernbandstunden wöchentlich verpflichtend.

Auch Hausaufgabenhilfe, Mathe-Verstärkungsunterricht, Mathe-Hausaufgabenhilfe, LRS-Förderunterricht, Mathe macht stark und Deutsch als Zweitsprache gehören zum Lernbandangebot.

3. Arbeit in beiden Schulformen.

Bereits in der ersten Jahrgangsstufe beginnt der binnendifferenzierte Unterricht.
Da die Voraussetzungen, mit denen die Kinder in die Schule kommen, recht unterschiedlich sind, werden früh differenzierende Lernangebote gemacht. Durch Symbole werden unterschiedliche Schwierigkeitsstufen gekennzeichnet.
Das „Helferprinzip“ wird in allen Jahrgangsstufen durchgeführt.

Mit dem Projekt „gemeinsam ankommen“ werden zukünftige Schulkinder auf das Schulleben vorbereitet (s.o.).

In denDaZ-Zentren werden Schülerinnen und Schüler unterrichtet, die erst seit Kurzem in Deutschland  leben und die deutsche Sprache noch erlernen müssen, um dann in einer Regelklasse erfolgreich mitarbeiten zu können. Diese Gruppen setzen sich aus Schülerinnen und Schülern verschiedener Länder zusammen, die unterschiedliche Voraussetzungen zum Lernen mitbringen, da einige bereits in ihren Herkunftsländern die Schule besucht haben, andere völlig neu in die Schule kommen. Die Zusammensetzung  der Gruppen wechselt, da immer wieder neue Kinder aufgenommen werden und jedes Kind bis zu einem Jahr in seiner Lerngruppe verbringen darf, um intensiv Deutsch zu lernen.

Zusätzlich zum Besuch der Regelklasse wird nach dem Ausscheiden aus dem DaZ-Zentrum in Kleingruppen der Aufbaukurs durchgeführt, um die Sprachkenntnisse weiter zu intensivieren.

Einmal wöchentlich liest in einer festgesetzten Stunde, die wöchentlich wechselt, damit nicht immer die gleichen Fächer betroffen sind, die ganze Schule. In der Eingangsstufe wird vorgelesen, später, wenn der Leselehrgang abgeschlossen ist, lesen die Schülerinnen und Schüler in selbst gewählten und mitgebrachten Büchern. Ziel dieser Lesestunden ist es, die Defizite im sinnentnehmenden Lesen abzubauen und Spaß am Lesen zu fördern.

Der Vielfältigkeit der Schülerschaft  wird durch den Islamunterricht in der Grundschule und den Philosophieunterricht in beiden Schulformen, die für alle offen sind, entsprochen. Diese Angebote sind dem Evangelischen und Katholischen Religionsunterricht schulisch gleichgestellt.

Um den sinnvollen Gebrauch neuer Medien zu üben, nimmt die Grundschule an dem Programm „Internet-ABC“ teil.

In der Gemeinschaftsschule wird durchgängig von Jahrgangsstufe 5 – 9 Unterricht zum Erwerb der Medienkompetenz und der Grundkenntnisse im Bereich Informatik durchgeführt.

3.1 Arbeit in der Grundschule

Die Gotthard-Kühl-Schule hat vielfältige Unterrichtskonzepte entwickelt, die die Realisation gemeinsamen Lernens ermöglichen.

Bereits in der ersten Jahrgangsstufe beginnt der binnendifferenzierte Unterricht.

Da die Voraussetzungen, mit denen die Kinder in die Schule kommen, recht unterschiedlich sind, werden früh differenzierende  Lernangebote gemacht. Durch Symbole werden unterschiedliche Schwierigkeitsstufen gekennzeichnet.

Das „Helferprinzip“ wird in allen Jahrgangsstufen durchgeführt.

Klassen- und Fachlehrer/innen einer Jahrgangsstufe planen und bereiten den Unterricht gemeinsam vor, um arbeitsökonomisch ein binnen-differenzierendes Angebot aufzubauen.

Mit dem Projekt „gemeinsam ankommen“ werden zukünftige Schulkinder auf das Schulleben vorbereitet.

Die Gotthard-Kühl-Schule wurde für die Einführung von „Lesen macht stark in Jahrgangsstufe 1“ ausgewählt. Mit diesem Projekt soll der Leselernprozess optimiert werden. Es sollen auch die Kinder gefördert werden, bei denen es mit herkömmlichen Leselernmethoden Defizite gab.

Die Lesekompetenz einzelner Schülerinnen und Schüler wird durch Lesementoren weiter entwickelt, die einmal wöchentlich zusätzlich zum Unterricht mit ihnen lesen.

In den Jahrgangsstufen 1 und 2 soll durch Doppelbesetzung von Lehrkräften in je 8 Stunden pro Woche in jeweils einer Klasse Startschwierigkeiten entgegengewirkt werden.

Die 3. Jahrgangsstufe bereitet in einem Projekt eine musikalische Darbietung für die Einschulungsfeier des folgenden Schuljahres vor.

Im Bereich der Grundschule haben Kolleginnen aktiv am SINUS-Programm mitgearbeitet, um die Entwicklung und Festigung prozessbezogener Kompetenzen zu fördern. Durch unterschiedliche Herangehensweisen und durch eigenständiges Lernen der Schülerinnen und Schüler wird die Auseinandersetzung mit Ideen und Vorgehensweisen der anderen Mitschülerinnen und Mitschüler gefördert.

Eine gute Zusammenarbeit hat sich im Laufe der Jahre mit der Evangelisch-Lutherischen Friedrich-von-Bodelschwingh-Gemeinde entwickelt. Bei der Einschulung wird eine Feier für alle - den muslimischen, katholischen und freikirchlichen Kindern und Eltern sowie allen anderen Interessierten - in der Kirche angeboten.

Ein Martinsgottesdienst wird für die Jahrgangsstufen 1 – 4 gemeinsam erarbeitet und gefeiert.

Die Grundschulzeit wird durch eine Verabschiedung, die von der 3. Jahrgangsstufe gestaltet wird, in der Kirche feierlich beendet.

Durch ein zusätzliches 2- bis 3-stündiges Sportangebot „Klasse in Sport“ sollen die Freude an der Bewegung entdeckt, die Grundlagen zur gesunden Ernährung gelegt und Defizite im motorischen Bereich abgebaut werden.

Am jeweils letzten Schultag vor den Herbst-, Oster- und Sommerferien beteiligen sich alle Grundschulklassen aktiv am „Feriensingen“.

3.2 Lernerfolgskontrollen

Den unterschiedlichen Lernvoraussetzungen wird mit binnendifferenziertem Unterricht begegnet. Dies hat zur Folge, dass auch die Lernerfolgs-kontrollen differenziert angeboten werden müssen.

Durch die Lehrkräfte werden unterschiedliche Hilfsmittel bereitgestellt, die bei Bedarf benutzt werden sollen.

Ergänzend dazu gibt es für die leistungsstärkeren Schülerinnen und Schüler ein Additum, welches höhere Anforderungen an sie stellt.

3.3 Arbeit in der Gemeinschaftsschule

Die Gotthard-Kühl-Schule hat vielfältige Unterrichtskonzepte entwickelt, die die Realisation gemeinsamen Lernens ermöglichen.

Der Unterricht erfolgt ab der Jahrgangsstufe 5 in allen Fächern im Klassenverband binnendifferenziert. Das unterstreicht und unterstützt das gewollte Prinzip des gemeinsamen Lernens, was auch die Lehr- und Lernformen der Grundschule sinnvoll fortführt.

Ein Jahrgangsteam unterrichtet die Schülerinnen und Schüler in vielen Fächern und bleibt möglichst bis zur 9./10. Jahrgangsstufe in der Lerngruppe.

Ab Jahrgangsstufe 5 werden nach einem schulinternen Curriculum in verschiedenen Fächern Methoden des Lernens, Arbeitens und Präsentierens angebahnt und vertieft.

Ebenso findet der Bereich der Berufsorientierung ab der Jahrgangsstufe 5 in unterschiedlichen Fächern Beachtung.

Ab der Jahrgangsstufe 8 7 wird begonnen, die Schülerinnen und Schüler intensiv auf den Übergang von Schule zur Berufswelt vorzubereiten (siehe Punkt 1).

Im Fachbereich Arbeit, Wirtschaft und Verbraucherbildung wird klassenübergreifend Informationstechnische Grundbildung durchgängig von 5 bis 9 angeboten. In den Jahrgängen 5 und 6 kommen in diesem Bereich Verbraucherbildung und Technik hinzu.

Der Unterricht im Bereich Naturwissenschaften (Nawi) erfolgt in den Jahrgangsstufen 5-8. Ab der Jahrgangsstufe 9 wird in den Solitärfächern Physik, Chemie und Biologie unterrichtet.

Begleitend zum Fach Nawi und zum Wahlpflichtfach „Angewandten Naturwissenschaften“ nehmen die Fachlehrkräfte regelmäßig am Sinus-Programm teil, um naturwissenschaftliche Denk- und Arbeitsweisen im Unterricht zu fördern.

Im Wahlpflichtunterricht bieten wir zurzeit Französisch, Angewandte Naturwissenschaften (AnNa), Mensch in Bewegung (MIB), Technik und Total Sozial (ToSo) an.

Alle Schülerinnen und Schüler können an der Prüfung zum Erreichen des Ersten allgemeinbildenden Schulabschlusses in der Jahrgangsstufe 9 teilnehmen.

Die Gotthard-Kühl-Schule ist als Brennpunktschule eingestuft. Gerade dieser soziale Aspekt fordert die Schule seit jeher heraus, ihren Schülerinnen und Schülern besonders qualifizierte Abschlüsse zu erteilen. Dies zeigt sich unter anderem in den bisherigen Ergebnissen.

Durch enge Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten sozialen Einrichtungen wie Jugendamt, Kooperative Erziehungshilfe, Sprungtuch und anderen Institutionen, sowie schuleigenen Interventionsmaßnahmen und intensive Schulsozialarbeit wird u.a. Ordnungsmaßnahmen  nach § 25 des Schulgesetzes  wie Überweisung in eine andere Schule mit gleichem Bildungsabschluss entgegengewirkt.

Pädagogische Maßnahmen bei Fehlverhalten unterstützen die Interventionsketten.

Eine Besonderheit ist der Einsatz des Schulhundes. Aus verschiedenen Untersuchungen und Berichten ist bekannt, dass Hunde eine beruhigende Wirkung bei Menschen hervorrufen können, dass sie geeignet sind, ein Lernklima in Klassen zu verbessern. Deshalb begrüßt die Schulkonferenz es ausdrücklich, dass der Schulhund als pädagogischer Helfer eingesetzt wird.

3.4 Leistungsnachweise

In den binnendifferenzierten Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch erfolgen Erarbeitungsprozesse und Leistungsnachweise auf

4 Anforderungsniveaus. Die Wahl der unterschiedlichen Niveaus erfolgt in den Jahrgangsstufen 5 und 6 durch Selbsteinschätzung der Schülerinnen und Schüler und/oder durch Beratung.

Im Anforderungsniveau 1 („Feder“) werden  einfachste Grundvorstellungen und grundlegende Arbeitsweisen des jeweiligen Fachs erlernt.

Das Anforderungsniveau 2 (Waage) stellt etwas höhere Anforderungen und das entsprechende Curriculum ist als Fundamentum anzusehen.

Im Anforderungsniveau 3 („Gewichtheber“) ist die Anwendung der erworbenen Kompetenzen die didaktische Schwerpunktsetzung.

Im Anforderungsniveau 4 („Rakete“) wird das eigenständige Erarbeiten von Sachverhalten angebahnt und entwickelt, wobei Transfermöglichkeiten und die Fähigkeit zu interdisziplinärem Fragen und Denken geschult werden.

In anderen Fächern werden je nach Thema und Form des Leistungsnachweises ebenfalls Anforderungen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden  zur Wahl gestellt.

4. Ganztagskonzept

Von montags bis donnerstags werden Ganztagsangebote bis 16.00 Uhr vorgehalten.
Sie decken insbesondere die Bereiche
  • Naturwissenschaften und Mathematik
  • Technik und Informatik
  • Musik und Ästhetik
  • Bewegung und Sport
  • Theater
  • Soziales
  • schulische Förderprogramme

ab.

Die Angebote berücksichtigen zum Teil unterrichtsergänzende Bereiche, andererseits bieten sie Möglichkeiten für zusätzliches Lernen oder auch für die Gestaltung der Freizeit.

Weitere  Angebote bietet auch das Netzwerk des Stadtteils St. Lorenz Nord. Einbezogen in diese Arbeit, die mit erheblichen Stiftungsgeldern finanziert wird, sind die Grundschule Schönböcken, das Carl-Jacob-Burckhardt-Gymnasium und die Gotthard-Kühl-Schule. Hierbei werden Projekte im Ganztagsbereich realisiert, die offen sind für Schülerinnen und Schüler aller beteiligten Schularten.

Für die Durchführung der Angebote sind Kooperationspartner tätig, die die Schule seit langer Zeit gewonnen hat: Abgesehen von Einzelpersonen handelt es sich um städtische Institutionen oder Vereine/Verbände, insbesondere aus dem Stadtteil.

5. Besonderheiten

Die Gotthard-Kühl-Schule versteht sich als Ausbildungsschule.

Das Kollegium ist aktiv beteiligt bei

  • der Ausbildung von Praktikanten verschiedener Institutionen, Lehramt-Studierenden, Lehrkräften im Vorbereitungsdienst und Vikaren / Vikarinnen.
  • Fortbildungsmaßnahmen. Die Schule steht für solche Veranstaltungen zur Verfügung. Mitglieder des Kollegiums führen eigenverantwortlich Fortbildungsveranstaltungen durch.
  • der Teilnahme an SINUS-Projekten.
  • dem Programm „Niemanden zurücklassen
  • („ Mathe macht stark“).
  • der Fortentwicklung als Zukunftsschule Schleswig-Holstein.

Um Unterrichtsprozesse zu unterstützen, wurden Flexibilisierungen von Stunden beschlossen.

  • Kein Klingelzeichen gibt es
  • vor der ersten großen Pause;
  • vor der zweiten großen Pause;
  • am Ende der 6. Stunde.

Projekte des Elternbeirats sind gewünscht und werden unterstützt.

Mit vielfältigen Darbietungen einer Vielzahl an Schülerinnen und Schülern aus der Grund- und Gemeinschaftsschule gestaltet die Gotthard-Kühl-Schule seit Jahren eine interkulturelle Weihnachtsfeier in der Bodelschwingh-Kirche.

Um die Vielfältigkeit und Attraktivität der Schule auch nach außen hin darzustellen, gibt es Tage der „Offenen Türen“ für die zukünftigen Jahrgangsstufen 1 und 5. Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte präsentieren Inhalte und Arbeitsweisen unserer Schule.

Die Gotthard-Kühl-Schule versteht sich als infrastruktureller Faktor und Partner in einem sozial nicht einfachen Stadtteil. Es bestehen deshalb intensive Kooperationen u.a. mit dem Tunesischen Kulturverein, den türkischen Konsulatslehrkräften, der Bodelschwingh-Kirchengemeinde, der Jugendarbeit der Arbeiterwohlfahrt und dem Stadtteilbüro.

6. Evaluation

Da die Schule sich in einer ständigen Weiterentwicklung befindet, ist sie auf Beobachtung, Kritik und gemeinsame Reflektion angewiesen. Die Evaluation wird bisher vorwiegend schulintern durchgeführt.

Zur externen Standortbestimmung gehören u.a. VERA, die zentralen Abschlussarbeiten und die EVIT- ersetzenden Besuche der Schulräte.